Gesundheitswoche: Depression und saisonal abhängige Stimmungsschwankungen


Schluss mit dem Winter-Blues! Zu diesem Thema können sich diese Woche Nutzer und Experten bei DocInsider austauschen. Das Expertenteam besteht diese Woche aus Ciro Paulo D’Andrea, Dipl. Psychologischer Berater, Gabriele Philipp, Dipl. Psychologin und Claudia Jung, Heilpraktikerin. DocInsider hatte die Gelegenheit, dem Expertenteam vorab ein paar Fragen zum Thema zu stellen:

DocInsider: Herr D’Andrea, was ist eine saisonal abhängige Depression?

Ciro Paulo D’Andrea: Lichtmangel im Herbst und Winter bringt die innere Uhr der Betroffenen aus dem Takt und verursacht Stoffwechselstörungen im Gehirn. Diese rufen das Krankheitsbild der Depression hervor. Eine schwächere Ausprägung von SAD ist als „Herbstblues“ bekannt. SAD unterscheidet sich medizinisch nicht von der „normalen“ Depression, denn die Stoffwechselstörungen im Gehirn sind die gleichen.

Folgende Diagnosekriterien müssen überprüft werden, um SAD zu diagnostizieren:

  • Auftreten der Symptome im Herbst zwischen Anfang September und Ende November
  • Nachlassen oder Verschwinden der Symptome zwischen Mitte Februar und Mitte April
  • Auftreten solcher depressiver Episoden in drei Kalenderjahren, wobei mindestens zwei dieser drei Jahre aufeinander folgen

Es sind die selben Symptome wie bei der „normalen Depression“: Störungen bei Schlaf, Antrieb und Stimmung, Gefühls- und Denkhemmung, mangelnde Kreativität, Konzentrationsstörungen, Essstörungen und Störungen im Verhalten, Angstzustände, starke körperliche Beschwerden „ohne organische Ursache“, Trübsinnigkeit, verändertes Verlangen nach Sexualität, Gedächtnisstörungen, mangelnde Einsichtsfähigkeit, Energielosigkeit, erhöhte Reizbarkeit, Schlaf ohne Erholungseffekt, verstärkter Appetit auf Süßes, Appetitlosigkeit bis hin zu Selbstmord, bzw. -stimmung. Diese Symptome können auch zu sozialen Spannungen und Konflikten im Privat- und Berufsleben führen.

DocInsider: Was sagt Frau Philipp zu dieser Frage?

Gabriele Philipp: Eine saisonal abhängige Depression ist eine leichte Form der Depression und bricht überwiegend im Herbst und Winter aus. Grund für diese Depression ist eine Störung des Hormonstoffwechsels, der durch den Hell-Dunkel-Wechsel der Jahreszeiten ausgelöst wird. Bei den Betroffenen werden ähnliche Symptome ausgelöst wie bei der klassischen Depression. Im Unterschied zu einer depressiven Episode finden sich bei der Winterdepression eher ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis und zum Teil Heißhungerattacken, die auf eine vermehrte Ausschüttung des Hormons Melatonin zurückzuführen sind. Melatonin wird in der dunklen Jahreszeit bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeschüttet und ein zu hoher Anteil kann massive depressive Symptome hervorrufen. Das sind in der Regel traurige Verstimmung, mangelnder Antrieb, Schlafstörungen, Appetitstörungen, Verlust der Freude an jeglichen Aktivitäten bis hin zu Merk-oder Konzentrationsstörungen.

DocInsider: Herr D’Andrea, wie viele Menschen in Deutschland leiden denn ungefähr an einer SAD? Wer ist besonders gefährdet?

Ciro Paulo D’Andrea: Besonders gefährdet ist dabei, wer abends oder nachts arbeiten muss. Auch diejenigen, die aus Arbeits oder Gesundheitsgründen kaum tagsüber an die frische Luft kommen oder durch zu kleine Fenster im Zimmer oder Büro genügend Sonnenlicht zu sehen bekommen. Vier Fünftel der Betroffenen sind Frauen.

In der dunklen Jahreszeit leidet die Seele – das spüren bundesweit bis zu 800.000 Menschen am eigenen Leib. „Etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung dürften von einer solchen Herbst-Winter-Depression betroffen sein

 

An dieser Stelle werden wir im Laufe der Woche noch mehr von unseren Experten hören. Viel Spaß beim Fragen stellen!

Eine Antwort zu Gesundheitswoche: Depression und saisonal abhängige Stimmungsschwankungen

  1. petra sagt:

    was hat es für einen sinn, wenn man fragen stellt und von den experten keine antwort erhält. dr. konopka mag zwar auf seinem gebiet ein experte sein, aber so viel ich weiß, ist er kein psychologe. es wäre schön, wenn psychologische fragen auch von psychologen beantwortet werden würden.

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