Gesundheitswochen Winter-Blues. Zweiter Teil des Interviews mit unseren Experten


DocInsider: Frau Philipp, was gibt es für Strategien zur Vermeidungvon saisonal abhängigen Depressionen?

Gabriele Philipp: Menschen, die wissen dass sie an einer SAD leiden können bereits im vor Beginn der dunklen Jahreszeit bestimmte Vorkehrungen treffen, wie z.b. ihre Urlaubsplanung so abstimmen, dass sie in den Wintermonaten Sonne tanken können. Ebenso ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung kann die Symptome abmildern. Pro Tag mindestens 30 minuten Bewegung an der frischen Luft wirken antidepressiv.  Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut können bereits 2 Wochen vorher eingenommen werden. Gute Erfolge verzeichnet auch die sogenannte Lichttherapie (weiße Lichtquellen ohne UV- und Infrarotanteile). Ist die Depression ersteinmal da, ist es wichtig, sich kleine Veränderungsschritte vorzunehmen, die sie auch schaffen können. Es nützt nichts, sich Ziele zu setzen, die man nicht mehr umsetzen kann. Damit wird das Gefühl der Lustlosigkeit und Hoffnungslosigkeit nur verstärkt. Das Gefühl des Erreichen von kleinen Zielen bringt wieder Schwung und neuen Mut. Das ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des verhaltenstherapeutischen Ansatzes, den man auch in jedem Coaching und jeder Beratung anwenden sollte.

Bei stärkeren Symptomen sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden und weitere Maßnahmen wie Medikation und/oder eine Therapie abgeklärt werden.  mittlerweile

DocInsider: Herr D’Andrea, was haben Sie für Rezepte, die Sie an unsere Nutzer weitergeben können?

Ciro Paulo D’Andrea: Zur Vermeidung von SAD helfen tägliche Spaziergänge an der frischen Luft, auch bei bedecktem Himmel. Statt morgens mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, empfiehlt es sich den Bus zu nehmen und eine Station früher auszusteigen. Der Rest des Weges wird zu Fuß zurückgelegt und zugleich ausreichend frische Luft getankt. Dabei öfters mal in den Himmel schauen, denn das Sonnenlicht ist selbst an bewölkten Herbst- und Wintertagen, drei- bis viermal stärker als die Zimmerbeleuchtung. Zusätzlich kann Schokolade als Seelentröster dienen, jedoch nur in Maßen.
Auch die richtige Ernährung, kann die Stimmungslage beeinflussen. Für das Wohlbefinden ist z. B. der Mineralstoff Magnesium wichtig. Dieser befindet sich reichlich in Linsen, Nüsse, Bananen und Trockenfrüchte. In kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Nudeln ist außerdem der Stimmungsaufheller Serotonin enthalten. Die Laune heben aber auch pflanzliche Öle wie Raps- und Sojaöl, oder Fettsäuren aus Seefischen wie Makrele und Hering.
Des Weiteren kann Sport gegen depressive Verstimmungen helfen. Denn durch die Ausschüttung körpereigener Glückshormone (Serotonin, Dopamin, Endorphin) bei körperlicher Aktivität, wird das psychische Wohlbefinden gesteigert. Eignen würden sich z. B. Radfahren, Jogging oder Walking. Dabei erzielt man den besten Effekt mit regelmäßigem Ausdauertraining (drei- bis fünfmal pro Woche jeweils 30 bis 60 Minuten, Anfänger jedoch weniger).
Zudem hat sich die Gabe von hoch dosierten Johanniskrautextrakten bewährt, denn diese hellen die Stimmung auf, verbessern den Schlaf und regen zu mehr Aktivitäten an. Saisonal bedingte Verstimmungen lassen sich mit Johanniskraut schneller und erfolgreicher behandeln, als ohne die Einnahme von antidepressiven Medikamenten. Das Johanniskraut sollte jedoch aus kontrolliertem Anbau stammen und zudem hoch dosiert sein. Dies ist besonders wichtig für die Wirksamkeit und Qualität. Zu ausreichender Wirkung trägt die tägliche Einnahme von 900 Milligramm in einer Tablette bei. Damit die stimmungsaufhellende Wirkung einsetzen kann, sollte der hochdosierte Johanniskrautextrakt (genau wie die chemisch hergestellten Alternativen) ca. zwei Wochen eingenommen werden.

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