Posse um Hochrechnung der Stiftung Gesundheit


„Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast“ – diese alte Statistiker-Weisheit scheint die Stiftung Gesundheit beherzigt zu haben, als sie gestern mit einer „Beobachtung von Arztbewertungsportalen im deutschsprachigen Internet“ an die Öffentlichkeit trat.Hier kommt die gemeinnützige, von Ärzten gegründete Stiftung  zu dem Ergebnis, dass die von ihr untersuchten Portale weitaus weniger Bewertungen als proklamiert aufweisen. Als besonderes Negativbeispiel wird DocInsider erwähnt. Hier seien statt 7.500 nur 274  Bewertungen vorhanden.

Tatsächlich hat DocInsider vier Monate nach Start [Die hier veröffentlichten Zahlen dürfen wegen eines Gerichtsverfahrens aktuell nicht kommuniziert werden.] Bewertungen. Diese Zahl der Bewertungen wächst täglich im Schnitt um 200.

Das Problem der Studie ist, dass sie auf einer Hochrechnung basiert. Es wurden 10 PLZ-Regionen analysiert, in denen 1.740 der 370.000 tatsächlich bei DocInsider verzeichneten Heilberufler tätig sind – das sind gerade einmal 0,47 Prozent. Die Repräsentativität der ausgewählten PLZ-Gebiete muss stark angezweifelt werden, da die aktivsten Nutzer im Internet aus Großstädten und Ballungsgebieten kommen. Schwerpunkte bilden die beiden Metropolen Hamburg und Berlin. Es ist also unmöglich, aus einem so geringen Grundbestand die Gesamtheit zu extrapolieren.

Um zu verstehen, wie aberwitzig die angewendete Methode ist, aus 0,47 Prozent auf die Gesamtheit zu schließen, hätte der Stiftung ein Blick in Wikipedia gereicht:

„Um eine möglichst präzise Hochrechnung zu erhalten, muss das verwendete Teilergebnis alle denkbaren Aspekte berücksichtigen und hierbei zahlenmäßig groß genug sein.“

Dies ist erkennbar nicht der Fall.

Hätte die Stiftung die 10 aktivsten PLZ-Gebiete hochgerechnet, wären für DocInsider [Die hier veröffentlichten Zahlen dürfen wegen eines Gerichtsverfahrens aktuell nicht kommuniziert werden.]

Die DocInsider GmbH hat gestern bereits rechtliche Schritte gegen die Stiftung eingeleitet.

Docinsider.de steht für mehr Transparenz im Gesundheitsmarkt. Das Patientenportal will den Dialog zwischen Patient und Arzt fördern, und legt dazu den Schwerpunkt auf die Arztempfehlung.

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