Ein Jahr DocInsider – eine persönliche Bilanz


Ein Jahr ist DocInsider nun live. 12 Monate, in denen ich mehr gelernt habe als in 12 Berufsjahren zusammen. Entstanden ist DocInsider, weil ich einen Hausarzt in Eppendorf gesucht und keinen passenden gefunden habe. Und in meinem Umfeld gefragt habe, wie es 83% aller Menschen in Deutschland machen. Leider hatte in meinem Umfeld niemand direkte Erfahrungen mit einem Hausarzt gemacht (der letzte Tipp einer befreundeten Ärztin war, in die Gelben Seiten zu schauen) und so ist nach einigen Monaten DocInsider ins Netz gegangen. Dass ich nun mit Professor Hoppe, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, auf einem Symposium über „Medizin 2.0“ spreche – wie am Dienstag in München bei der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen geschehen – das hätte ich zu Beginn von DocInsider nicht gedacht.

DocInsider ist im Gesundheitswesen angekommen. Wir haben unzählige Gespräche mit Patienten, Ärzten und hochrangigen Vertretern aus dem Gesundheitswesen in Deutschland geführt – zuletzt am Freitag mit dem Bundesgesundheitsministerium. Haben über die Chancen und Risiken gesprochen. Haben über die Rolle von Bewertungsportalen im zukünftigen, sich dramatisch verändernden System gesprochen. Haben über die bisherigen Ergebnisse von DocInsider gesprochen.

Die gute Nachricht ist: wir sind auf dem richtigen Weg. Aber es ist noch ein weiter Weg. Qualität ist dabei der Erfolgsfaktor. Um der Verantwortung für Patienten und Ärzte gerecht zu werden, um der hohen Bedeutung von Gesundheit gerecht zu werden, um den hohen Ansprüchen der Akteure im Gesundheitswesen gerecht zu werden. Aus diesem Grund haben wir ausgewiesene Experten als Beiräte mit an Bord geholt, die uns helfen, die geforderte Qualität umzusetzen. Unter den Mitgliedern sind bekannte Namen wie Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup oder Prof. Dr. med. Friedrich Wilhelm Schwartz, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesen. Sie entwickeln die „Leitplanken“ wie beispielsweise medizinische, ethische Vorgaben und helfen uns im Tagesgeschäft in der Umsetzung. Auch kooperieren wir mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Instituten, die maßgeblich auf ihrem Gebiet sind – vom Universitätskrankenhaus Eppendorf, der Medizinischen Hochschule Hannover bis zum ISEG und vielen mehr.

Wir haben ein funktionierendes Geschäftsmodell. Zugegeben, es ist ein zartes Pflänzchen und wir bücken uns für jeden Cent. Aber die bisherigen Ergebnisse zeigen zum einen, dass wir nachhaltige, messbare Kommunikationswirkung liefern und darum wachsen die Umsätze stetig. Und zum anderen, dass ein kommerzielles, auf Wirtschaftlichkeit ausgelegtes Angebot keineswegs seine Neutralität aufgeben muss, solange funktionierende und überprüfbare Leitlinien vorhanden sind.

Die Wirtschaftlichkeit ist umso wichtiger, da wir nach dem Platzen der Web 2.0 Blase auch im Internet wieder deutlich schwierigeren Zeiten entgegensehen. Bei einigen Ideen muss ich auch sagen: zum Glück. Es reicht einfach nicht aus, eine witzige Idee zu haben, wenn es kein oder kein tragfähiges Geschäftsmodell gibt. Oder wenn die Branchenkenntnisse der imaginären „disruptiven“ Veränderungskraft diametral entgegenstehen. Die Marktbereinigung wird auch vor Arztbewertungsportalen nicht halt machen. Dafür sind über 15 Anbieter einfach zu viele. Die Konsolidierung hat bereits eingesetzt und DocInsider hat als erster begonnen, Wettbewerber zu kaufen.

Die Bewertungen von Ärzten und anderen Gesundheitsanbietern wächst bei DocInsider schnell, vermutlich am schnellsten von allen Bewertungsportalen. [Die hier veröffentlichten Zahlen dürfen wegen eines Gerichtsverfahrens aktuell nicht kommuniziert werdem.] Weil wir überzeugte Nutzer haben, die an die Vorteile von „Mitmachangeboten“ wie DocInsider glauben. Weil sie DocInsider gerne benutzen und es einfach zu nutzen ist. Weil wir uns auf ein Thema und eine Branche fokussieren und unsere gesamte Energie darauf verwenden, wie wir die Bewertung noch einfacher, relevanter und bekannter machen können.

Wir wollen die Bewertungen zu einem validen Messinstrument für die Patientenzufriedenheit aufbauen und dies als Qualitätsmaßstab mit objektiven Daten auch vergleichbar machen. Die Experten im Gesundheitssystem ermutigen uns dazu. Es gibt Patientenforschung seit mehreren Jahrzehnten. Neu ist die systematische, flächendeckende und kontinuierliche Bewertung von gesundheitlichen Leistungen auf Personenebene durch die Patienten. Die wird dazu führen, dass Patientenmeinungen eine völlig neue Bedeutungsdimension erfahren. Durch Einführung des Gesundheitsfonds 2009 wird die neue Wettbewerbsorientierung bei den gesetzlichen Krankenkassen außerdem dazu führen, dass Erfahrungen der Patienten (aka Kunden oder Versicherte) eine wichtige Rolle spielen bei Wahltarifen, Selektivverträgen oder bei neuen Organisationsformen wie Medizinischen Versorgungszentren. Patienten werden zum „Adressaten von Marketingstrategien“ und zum „Entscheidungsträger“, wie es Dr. Dominik Graf von Stillfried, Direktor des Instituts für die kassenärztliche Versorgung, formuliert.

Um den Patienten eine unabhängige Entscheidungsunterstützung dafür zu geben, bedarf es Plattformen wie DocInsider.

In den vergangenen Monaten haben wir einige Preise und Auszeichnungen beispielsweise von „Yahoo!“ erhalten. Besonders stolz sind wir auf die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium, die wir zusammen mit unserem Technologiepartner und Gesellschafter neofonie erhalten. Im Rahmen von Innovationsprogrammen erhalten wir Förderung, die uns mehrere Monate Arbeit in der Beantragung gekostet haben. Die von unabhängigen Professoren, die in dem Bereich forschen, begutachtet wurden, um einen positiven Bescheid zu erhalten.  Nun können wir weiter mit einem siebenstelligen Projektvolumen an unserer Vision einer einfach zu benutzenden Arztsuche arbeiten, welche die verfügbaren Informationen aus dem Internet berücksichtigt. Damit sich normale Bürger ohne Vorkenntnisse in der komplexen Materie Gesundheit besser zurechtfinden können.

Wir haben bis Ende des Jahres insgesamt rund eine Million Euro in die Plattform investiert und werden auch weiter viel Geld investieren, monatlich mehrere Funktionen veröffentlichen und die Anforderungen, die uns von den Nutzern und Experten aus dem Gesundheitswesen gestellt werden, in eine einfach zu benutzende Internetanwendung umsetzen.

Das alles wäre nicht möglich ohne ein engagiertes Team von qualifizierten Mitarbeitern. Nahezu alle Mitarbeiter der ersten Stunde arbeiten noch bei DocInsider. Inzwischen sind über ein Dutzend neuer Kolleginnen und Kollegen hinzugekommen. Im November geht unser neues Service-Center in Berlin-Brandenburg in Betrieb, für das wir noch viele neue Mitarbeiter suchen.

Alle Mitarbeiter teilen die Passion, von den Nutzern zu lernen und DocInsider erfolgreich zu machen. Dafür arbeiten sie weit überdurchschnittlich, opfern Teile Ihrer Freizeit, auch am Wochenende. Nur so kann der Start für ein junges Unternehmen gelingen. Und dafür bedanke ich mich bei allen DocInsidern!

Der Dank gilt auch unseren Nutzern. Ohne sie wäre DocInsider nichts. Wir leben von den Inhalten, die auf unserer Plattform veröffentlicht werden. Wir leben von dem Feedback, das uns die Patienten – und zunehmend Ärzte – geben. Mittlerweile erhalten wir täglich zwischen 200 und 400 Bewertungen zu Ärzten oder alternativen Gesundheitsanbieter. Die Zahl der Beschwerden machen dabei nur einen kleinen Prozentsatz aus. Jeden Monat werden über 2.000 Daten geändert – in der Mehrzahl von Praxisinhabern. Dies zeigt, dass wir eine lebendige Plattform geworden sind, die Wissen aggregiert und genutzt wird.

Und das ist der Anspruch von der ersten Stunde an – das Gesundheitswesen transparenter zu gestalten!

Eine Antwort zu Ein Jahr DocInsider – eine persönliche Bilanz

  1. Jens Dammann sagt:

    Gut gekämpft und schon (fast) gewonnen. Gratuliere, Ingo. Gratuliere DocInsider.

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