Jameda ./. DocInsider


Also, eigentlich wollte ich mich gar nicht zu der Angelegenheit äussern. Weil mich viele dazu gedrängt haben mache ich es jetzt doch….

Ich halte die Vorgehensweise von Jameda in vielerlei Hinsicht für unsinnig. Erst recht, wenn ich den Artikel bei Spiegel Online von heute lese.

Vom guten Ton möchte ich erst gar nicht sprechen, das muss jeder mit sich ausmachen. Aber erreicht man als Internet-StartUp mit juristischen Mitteln sein Ziel? Sie leben mehr als alle anderen Firmen von Kooperation, gerade als Bewertungs- aka Mitmach-Angebote wie es Bewertungsportale nun einmal sind. Kampf ist das genaue Gegenteil.

Und Angst vor Fehlern – die sofort von spitzfindigen (und teuer bezahlten) Juristen ausgenutzt werden könnten – ist kein Nährboden für neue, innovative Ideen. Wir leben von Anregungen anderer.

Paragraphen ersetzen kein gutes Produktdesign. Richter verstehen in der Regel nicht, worüber wir uns in stundenlangen Diskussionen die Köpfe heissreden, wenn wir die Nutzbarkeit unserer Angebote verbessern möchten. Und auch nicht die Dynamik, in der wir Produktverbesserungen vornehmen.

Natürlich suchen wir bei DocInsider nach neuen Wegen, wie wir die Bewertungsfunktion verbessern können. Die Klickbewertung macht in einiger Hinsicht viel Sinn:

  • sie ist bei vielen Angeboten gelernt, einfach zu bedienen und „niedrigschwellig“
  • viele Patienten wollen eine geschützte Umgebung haben, um frei von Repressalien ihre Meinung zu äussern (man glaubt nicht, wie viele Ärzte es zum abendlichen Sport gemacht haben, herauszufinden, hinter welchem Nutzernamen welcher Patient steckt…)
  • methodisch ist die Abfrage des Global-Items „Gesamtzufriedenheit“ absolut vertretbar, das bestätigen uns führende Patientenforscher.
  • Aus diesen Gründen hat vermutlich Jameda auch nicht die Klickbewertung als solche bemängelt, sondern nur deren Kommunikation. Nichts also, was man mit einem Hinweis „Sind Sie wirklich sicher?“ in 5 Minuten ändern könnte. Nun, ja.

    Ein weiteres Merkmal von Internet-StartUps ist, dass sie zu Beginn ihrer Entwicklung sehr zarte Pflänzchen sind. Niemand weiss, ob sie zu umwälzenden Veränderungsprozessen oder einfach nur zur Insolvenz führen. Aufgrund ihres innovativen Charakters (und meist chronischen Unterfinanzierung) haben sie in der Regel mit einer Vielzahl von Hindernissen zu kämpfen, um die visionären Ziele nachhaltig Realität werden zu lassen. Vor dem Hintergrund war es von Jameda nicht schlau, eine juristische Auseinandersetzung zu führen. Das ist Wasser auf den Mühlen der Kritiker, die Arztbewertungsportale nur als Störenfriede des Status Quo betrachten. Und alle Angebote haben noch einen weiteren Weg vor sich, die kritische Masse zu erreichen, die Experten bei circa 20-100 Bewertungen pro Arzt taxieren. Die wichtigste Nachricht muss lauten: Arztbewertungsportale funktionieren. Sie wachsen dynamisch, weil es ein Bedarf – ja, geradezu Notwendigkeit – aus Sicht der Patienten gibt. Sie wachsen dynamisch, weil sie einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen! Sie wachsen dynamisch, weil sie nachhaltig sind!

    Das ist die richtigen Botschaften – und nicht der unnötige, und vermutlich nicht erfolgreiche – juristische Kleinkrieg.

    Eine Antwort zu Jameda ./. DocInsider

    1. Peter sagt:

      Liebes DocInsider-Team,

      ich hoffe Ihr steht diese Auseinandersetzung durch. Dem obigen Bereicht stimme ich zu 100% zu.
      Wahrscheinlich geht es der ja***a und der Firma Fo***s nur um Marketing, nach dem Motto ‚Schlechte PR ist besser als keine‘. Doch in diesem Fall kann ich nur hoffen das der bekannte Schuß nach hinten losgeht. Ich glaube auch das Unternehmen, welche solches Gebaren an den Tag legen langfristig die Verlierer sind.
      Wahrscheinlich wird ein Mitarbeiter von ja***a ja auch in diesen Bericht hier mal lesen: Denken Sie mal über folgenden Satz nach: ‚Recht haben ist nicht immer wichtig.‘

      Dem Docinsider-Team bringt diese Angelegenheit hoffentlich weitere Sympathiepunkte.(Von mir auf jeden Fall)

      Mit freundlichen Grüßen
      Peter Müller

      PS: Zur Vorsicht: Nur damit ich nicht auch Post von ja***a erhalte: Nein ich habe nichts mit Docinsider.de zu tun, nein ich kenne auch keinen Angestellten dort persönlich. Ich bin über den Artikel von heise.de (28.1.09) auf diese Geschichte aufmerksam geworden.

    Schreibe einen Kommentar

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s

    %d Bloggern gefällt das: